Die DGfP lädt sehr herzlich ein zu ihrer Jahrestagung am 08. und 09. Juli 2022 in der Akademie für politische Bildung unter dem Titel "Die Zukunftsfähigkeit demokratischen Regierens". Die Regelungs- und Steuerungsfähigkeit von Demokratien steht angesichts der Pandemie, des Krieges in der Ukraine, des Klimawandels und weiterer Herausforderungen im Fokus einer breiten politikwissenschaftlichen Debatte. Alle diese Problemstellungen werfen fundamentale Fragen zur Zukunftsfähigkeit demokratischen Regierens auf: Wie prägen exogene Krisen demokratische Steuerungsfähigkeit? Wie wird sich der zunehmende Einfluss von Technik und Naturwissenschaften auf politische Entscheidungen auswirken? Inwiefern sind demokratische und plurale politische Systeme in der Lage, politischen Handlungsdruck in politische Handlungsoptionen zu transferieren und mit demokratischen Prozessen des Abwägens zwischen unterschiedlichen Prämissen und Präferenzen sowie mit demokratischer Kompromissfindung in Einklang zu bringen? Zu fragen ist ferner, ob sich der Spielraum des Politischen tatsächlich verkleinert hat, wie gelegentlich vermutet wird. Das Erfordernis, die Problemlösungsfähigkeit des Politischen neu zu denken, stellt sich dabei gleichermaßen auf staatlicher, regionaler wie globaler Ebene.

 

Anmeldung bis 30.06.2022 über die Website der Akademie für politische Bildung

Im Rahmen der Jahrestagung 2021 wurde ein neuer Vorstand der DGfP gewählt. Wir freuen uns und gratulieren herzlich Prof. Dr. Andrea Gawrich (Vorsitzende), Prof. Dr. Manuela Glaab (Stv. Vorsitzende) sowie den drei Beisitzern Prof. Dr. Florian Grotz, Prof. Dr Wilhelm Knelangen sowie PD Dr. Marcel Lewandowsky zur Wahl.

Diejenigen Bürger/innen, die in diesem Herbst das erste Mal an einer Bundestagswahl teilnehmen dürfen, kennen Politik fast nur im Krisenmodus. Eine Erfahrung, die nicht auf Deutschland begrenzt ist: Finanzmarkt-, Währungs-, Umwelt-, Vertreibungs- und Migrationskrisen sowie Gesundheitskrisen wie die Ebola-Epidemie und Corona-Pandemie sind Herausforderungen, die an Grenzen nicht haltmachen. Da neue Krisen beginnen, bevor alte ausgestanden sind, schränkt die Krisenreaktionspolitik die Gestaltungskapazitäten von politischen Akteur/innen erheblich ein. Derweil konkurrieren Versuche, Krisen differenziert zu managen, mit vermeintlich einfachen Lösungsansätzen. Gleichzeitig sind Krisen aber auch Gelegenheiten für Regierungen aller Regimetypen, sich zu profilieren und ihren Einfluss auszuweiten. Zweifelsohne hinterlassen eineinhalb Jahrzehnte im Krisenmodus Spuren in Politik und Gesellschaft, die auch für die Zukunft folgenreich sein werden.
Der DGfP-Workshop bietet die Gelegenheit, politikwissenschaftliche Erkenntnisse zu Politik in Krisenzeiten zusammenzutragen, die Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln und daraus praxisrelevante Lehren zu ziehen.
Die Workshop-Beiträge können sich z. B. mit folgenden Fragen befassen:
• Wie haben politische Akteure auf nationaler und internationaler Ebene auf die vielfältigen Krisenherausforderungen reagiert?
• Welche Konsequenzen haben Krisen und deren Management für Governance-Strukturen?
• Welche normativen Implikationen ergeben sich für das Verständnis von Demokratie und Politik, wenn der Krisenmodus zum Dauerzustand wird?
Ziel des Workshops der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) ist es, die Breite unseres Faches abzubilden, um neue Perspektiven zur Erforschung von Krisen zu eröffnen und die eigene Denk- und Herangehensweise im breiteren Kontext der Politikwissenschaft zu reflektieren. Deshalb freuen wir uns über Beiträge aus der Politischen Theorie, der Vergleichenden Politikwissenschaft und den Internationalen Beziehungen. Die konzeptionelle Verankerung der Einreichungen wird dabei ebenso offengehalten wie die empirische Ausrichtung.
Fachkundige professorale Mitglieder der DGfP werden an dem Workshop teilnehmen, um die Beiträge zu kommentieren. Auch interessierte Gäste sind eingeladen. Die unmittelbare örtliche und zeitliche Verknüpfung mit der DGfP-Jahrestagung ist dieses Jahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen leider nicht möglich. Dennoch können geeignete Beiträge wie üblich in den Band der DGfP-Jahrestagung 2021 zum Thema „Andere Welt – neue Politik?“, der im Nomos-Verlag erscheinen wird, aufgenommen werden.
Wir bitten alle Interessent/innen, bis zum 18. Mai 2021 einen Abstract von max. 500 Wörtern mit dem Thema eines möglichen Vortrags sowie einen Kurzlebenslauf (1 Seite) per E-Mail an beide Or-ganisator/innen zu schicken. Bis Ende Mai werden wir eine Auswahl treffen und die Einsender/innen informieren.
Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

Hannah Schnier, HSU/UniBw Hamburg, Internationale Sicherheitspolitik und Konfliktforschung
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Martin Klausch, DGfP-Geschäftsführer; HSU/UniBw Hamburg, Vergleichende Regierungslehre
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Hamburg. Aufgrund der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie und der damit verbunden Reiserisiken und generellen Einschränkungen kann die für kommenden Donnerstag, 5. November 2020, geplante Verleihung des Buchpreises an Prof. Dr. Kristina Spohr (London School of Economics) leider nicht stattfinden. Diese Entscheidung traf der DGfP-Vorstand im Benehmen mit der Stiftung Wissenschaft und Demokratie. Die Preisverleihung soll im Rahmen der kommenden Jahrestagung vom 2. bis 3. Juli 2021 in Tutzing nachgeholt werden.

Die DGfP dankt allen, die an der Veranstaltungsplanung mitgewirkt haben für ihr Engagement, ihre Flexibilität und die hervorragende Zusammenarbeit.