Am 3. und 4. Juli 2026 fand in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing die 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) statt. Unter dem Leitthema „Schwache Institutionen – starke Akteure?“ wurden aktuelle Herausforderungen für politische Institutionen sowie die Frage diskutiert, wie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteure deren Funktionslogiken beeinflussen oder verändern. Im Mittelpunkt standen die Folgen dieser Entwicklungen für Justiz, Demokratie, Diplomatie und die internationale Ordnung.

Die Vorträge beleuchteten das Tagungsthema aus unterschiedlichen Perspektiven. Beiträge zur Politisierung der Justiz analysierten den wachsenden politischen Druck auf unabhängige Gerichte sowie mögliche Gegenstrategien. Im Bereich der internationalen Beziehungen standen Fragen politischer Legitimität im Krieg und politischer Agency in Krisenzeiten im Fokus. Weitere Panels widmeten sich der gesellschaftlichen Akzeptanz illiberaler Regierungspraktiken, der Professionalisierung von Rechtaußenparteien als Herausforderung für die repräsentative Demokratie sowie imperialen Machtstrukturen und Fragen der Souveränität auf See.

Ergänzt wurde das Programm durch das Akademiegespräch am See zum Thema „Grenzen der Diplomatie“. Botschafter a. D. Heinrich Kreft und die Journalistin Sina-Maria Schweikle diskutierten unter der Moderation von Antje Nötzold die Möglichkeiten und Grenzen diplomatischen Handelns in einer zunehmend konflikthaften internationalen Ordnung.